Nach letztem Jahr, als Andrang und Stimmung im Vergleich eher bescheiden waren, hatte sich das Organisationsteam einiges einfallen lassen, um das zu ändern. Mit der Entscheidung für die Band "Partymaschine XXL – Rebellen in Lederhosen" aus dem Schwabenland hatten die Veranstalter mitten ins Schwarze getroffen. Daneben führten wohl auch Änderungen in der Werbe- und Einladungspraxis zum gewünschten Erfolg.

 

"Wir haben E-Mails mit Einladungen an viele Vereine in der Umgebung herausgeschickt", erzählte Daniel Trenkle, aktiver Spieler und mitverantwortlich bei der Vorbereitung. "Darin haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass bei Tischreservierungen Verzehrgutscheine winken." Für fünf Personen gab es einen für 25 Euro, bei zehn Personen sogar für 50 Euro. Klar, dass da einige Tische schon im Vorfeld belegt waren. Selbstverständlich waren bei diesem Event, wie jedes Jahr, auch wieder die Fußballfreunde von Bräunlingen zugegen. Für eine komplette Mannschaft reichte deren Aufgebot beim Alte-Herren-Freundschaftsturnier aber dieses Mal nicht aus. Deshalb rechnete der Vorstand rund um Daniel Baumer es den Sportfreunden Obersimonswald "hoch an", dass sich von denen sofort einige Spieler bereit erklärten einzuspringen und somit die traditionelle AH-Begegnung ausgetragen werden konnte zwischen dem FC Simonswald und Bräunlingen. Die endete 2:2, was nach dem 4:1 für den FC im letzten Jahr Raum für Interpretationen gibt – auf jeden Fall hat das mit Obertälern aufgestockte Bräunlinger Team gut funktioniert. Bei der Musikwahl hatten die Organisatoren eine intensive Onlinerecherche betrieben. Nachdem man vergangenes Jahr die Umstellung von Rock zum Traditionelleren recht krass vollzogen hatte, sollte es dieses Mal mehr ein Zwischending sein. "Die Musik letztes Jahr wurde als zu lau, schwach kritisiert," berichtete Daniel Trenkle. "Wir haben uns Demos online angehört und Playlisten zuschicken lassen." Die "Rebellen in Lederhosen" machten das Rennen zu recht, wie sich in der Schlossbergarena zeigte. Die sechs Bandmitglieder Marco (Gesang, Gitarre), Wolfgang (Gesang, Gitarre, Saxophon), Heiko (Gitarre), Christian (Keyboards), Ernst (Bass) und Markus (Schlagzeug) brauchten auch keine Aufwärmzeit, die gingen gleich zu Beginn in die Vollen und gönnten sich dann kaum eine Pause. Die gute Mischung zwischen Coverrock, verrockter Volksmusik und Schlagern bot für so ziemlich alle Partywütigen was und so hielt das Publikum nichts mehr auf den Plätzen. Rauf ging’s auf die Bänke, wo es ordentlich ab ging. Rock mit "Sexy" von Marius Müller Westernhagen oder Punk mit "Westerland" (Die Ärzte), wechselten sich ab mit "Wenn nicht jetzt, wann dann" (de Höhner), "Joana" (Roland Kaiser) und "He, hejo" (Schürzenjäger). Daniel Baumer musste mit Petra Wehrle, einer Spielerfrau, auf die Bühne, ihnen wollte "die Partymaschine XXL" mit einem Stück für die Einladung danken, dabei mussten beide mitsingen, was einigermaßen klappte. Schaute man sich zur späten beziehungsweise frühen Stunde im Saal um, zeigte sich, dass das Publikum ebenso eine gute Kondition beim Feiern bewies wie die Band beim Musikmachen.